Was ist das Pflegeunterstützungsgeld?

Tritt eine akute Pflegesituation auf, haben Sie einen Anspruch auf eine maximal zehntägige Freistellung von der Arbeit. So haben Sie Zeit, die Versorgung des Pflegebedürftigen zu organisieren oder sich intensiv um ihn zu kümmern. Seit dem 01.01.2015 können Sie in dieser Zeit Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung beziehen - vergleichbar mit dem Kinderkrankengeld. Das Pflegeunterstützungsgeld ersetzt also Ihr Arbeitsentgelt während der Freistellung von der Arbeit in einer akuten Pflegesituation.

 

Wer zahlt das Pflegeunterstützungsgeld und wie viel bekomme ich?

Die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen, den Sie versorgen. Dort stellen Sie auch den Antrag. Die Pflegeversicherung zahlt 90 Prozent des während Ihrer Freistellung ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Falls Sie allerdings in den letzten zwölf Monaten vor der Freistellung eine beitragspflichtige Einmalzahlung durch den Arbeitgeber erhalten haben (zum Beispiel Urlaubs- oder Weihnachtsgeld), bekommen Sie 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.

 

Was muss ich beachten?

Sie erhalten kein Pflegeunterstützungsgeld, wenn Sie beispielsweise durch tarif- oder einzelvertragliche Regelungen mit Ihrem Arbeitgeber Anspruch auf Lohnfortzahlung haben oder Kranken- oder Verletzunggsgeld erhalten.

Aus dem Pflegeunterstützungsgeld müssen Sie die Beiträge zur Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung zur Hälfte weiterzahlen. Die andere Hälfte (bei 450-Euro-Kräften die gesamte Summe) übernimmt die Pflegeversicherung. Allerdings entfallen die Beiträge zur Pflegeversicherung und nur 80 Prozent des ausgefallenen Arbeitsentgelts sind beitragspflichtig.

Dr. Maren Preuß, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

 

Und danach? - Finanzierung der Pflege durch Darlehen