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Aktuelle Regelungen in der Pflege wegen Corona

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten geänderten Regelungen, die die Pflege betreffen, auf einen Blick. Für alle Fragen, die sich für Sie ergeben, wenden Sie sich gerne an die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater von compass.

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hat der Gesetzgeber Maßnahmen verabschiedet, die Pflegende und Pflegbedürftige während der Dauer der Pandemie entlasten und schützen sollen.

Gelockerte Beratungsvorgaben

Wer Leistungen aus der Pflegeversicherung erhält und ausschließlich das Pflegegeld nutzt, ohne einen Pflegedienst in Anspruch zu nehmen, muss halb- bzw. vierteljährlich eine Beratung nach § 37 Abs. 3 SGB XI abrufen. Im Zeitraum vom 17.03.2020 bis zum 30.09.2020 müssen diese Beratungen nicht stattfinden. In diesem Zeitraum wird das Pflegegeld ohne Durchführung des eigentlich vorgeschriebenen Beratungsbesuchs weitergezahlt. Ab dem 01.10.2020 werden die Beratungen nach § 37 Abs. 3 SGB XI in gewohntem Rhythmus wiederaufgenommen.

Allgemeine Pflegeberatungen nach § 7a SGB XI sind nach wie vor telefonisch möglich. Sie können sich zum Beispiel an die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater von compass wenden. Diese unterstützen Sie im persönlichen Gespräch darin, die Pflegesituation zu organisieren. Sie erreichen die Berater montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 101 88 00. Diese Beratung bietet compass auch regionalspezifisch durch Pflegeberaterinnen und Pflegeberater an, die in Ihrer Region wohnen und mit den Versorgungsstrukturen vertraut sind.

Begutachtung ohne Hausbesuch

Falls Sie erstmalig Leistungen aus der Pflegeversicherung und damit einen Pflegegrad beantragt haben, würden Sie nun eigentlich in Kürze durch einen Gutachter besucht, der sich ein Bild von der Pflegesituation macht. Aufgrund der Corona-Pandemie werden diese Besuche bis zum 30.09.2020 nicht stattfinden.

Stattdessen erfolgt die Begutachtung durch die Sichtung der Aktenlage in Kombination mit einem strukturierten, telefonischen Interview mit dem Pflegebedürftigen, einer Pflegeperson oder Pflegekraft und gegebenenfalls dem gesetzlichen Betreuer.

Auf die Begutachtung können Sie sich wie gewohnt mit dem Pflegeprotokoll vorbereiten. Vorliegende Arztberichte und Medikamentenpläne können zusammen mit dem Antrag auf Feststellung einer Pflegebedürftigkeit an die Versicherung geschickt werden.

Aufgrund eines vorherigen Gutachtens vorgesehene Wiederholungsbegutachtungen finden bis zum 30.09.2020 nicht statt.

Die Bearbeitungsfrist für Anträge auf Leistungen der Pflegeversicherung, die normalerweise 25 Arbeitstagen beträgt, wird bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Für Dringlichkeitsfälle erstellt der Spitzenverband Bund der Pflegekassen bundesweit einheitliche Kriterien, wann ein besonders dringlicher Entscheidungsbedarf vorliegt.

Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen entfallen

Qualitätsprüfungen finden bis zum 30.09.2020 nicht statt. Anlassprüfungen werden jedoch auch weiterhin durchgeführt. Die Pflegekassen, die Krankenkassen und die Medizinischen Dienste prüfen dabei im Einzelfall die Notwendigkeit einer Begehung/Prüfung in der Einrichtung unter Berücksichtigung der aktuellen Lage.

Geringere Voraussetzung für Kurzzeitpflege in Vorsorge- und Reha-Einrichtungen

Ein Anspruch auf Kurzzeitpflege besteht für Pflegebedürftige normalerweise dann, wenn während einer Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation für eine Pflegeperson eine gleichzeitige Unterbringung und Pflege des Pflegebedürftigen erforderlich ist. Um besonderen Belastungen aufgrund der Corona-Pandemie gerecht zu werden, können Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen Kurzzeitpflege auch ohne Erfüllung dieser Voraussetzung erbringen.

Bis einschließlich 30. September 2020 besteht der Anspruch auf Kurzzeitpflege daher auch in Einrichtungen, die stationäre Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erbringen, ohne dass gleichzeitig eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation für eine Pflegeperson erbracht wird. Hierdurch werden die zur Verfügung stehenden Kapazitäten der Kurzzeitpflege gesteigert.

Versorgung mit Hilfsmitteln und Umbaumaßnahmen

Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel, wenn und soweit die Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden der versicherten Person beitragen oder ihr eine selbständigere Lebensführung ermöglichen und die Versorgung notwendig ist. Für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes können Zuschüsse gezahlt werden, wenn dadurch die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert wird.

Diese Vorgaben werden auch während der Corona-Pandemie beibehalten. Die zugehörigen Begutachtungen werden telefonisch und auf digitalem Weg durchgeführt.

Unterstützung im Alltag für Pflegebedürftige

Viele Pflegebedürftige erfahren Hilfe durch ehrenamtliche Helfer im Rahmen von anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag. Aufgrund der Corona-Pandemie kann es dazu kommen, dass die Helfer von anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag die Pflegebedürftigen nun nicht mehr vor Ort betreuen, sondern regelmäßig nur mit ihnen telefonieren und im Bedarfsfall auch Einkäufe für sie erledigen.

Wenn sie dies im Rahmen des anerkannten Angebots zur Unterstützung im Alltag – dazu gehören auch anerkannte Nachbarschaftshelfer – abrechnen, ist bei privatversicherten Pflegebedürfitgen eine Erstattung über den Entlastungsbetrag möglich. Dies gilt vorerst nur bis zum 30. September 2020.

Gesundheitsschutz bei der Pflege eines erkrankten Angehörigen

Wir haben für Sie in einer einfachen Checkliste die wichtigsten Punkte zusammengetragen, die Sie beachten sollten, wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger an dem Coronavirus erkrankt sein sollte. Mithilfe dieser Liste haben Sie eine Erinnerung an die wichtigsten Regeln stets vor Augen und schützen sich selbst bei der Pflege. Bleiben Sie auch mit dieser Checkliste unbedingt mit Ihrem Arzt in Kontakt.

Fragen rund um die Pflege

Bei Fragen zu Ihrer individuellen Situation wenden Sie sich telefonisch an eine Pflegeberatung. Pflegeberaterinnen und Pflegeberater erläutern Ihnen gerne die aktuellen Änderungen.