Sie werden selbst Arbeitgeber

Sie können seit 2014 Arbeitnehmer aus anderen EU-Mitgliedsländern mit Ausnahme von Kroatien wie deutsche Arbeitskräfte beschäftigen. Eine Erlaubnis der Arbeitsagentur ist dafür nicht notwendig. Die ausländischen Arbeitskräfte benötigen auch keine Arbeitserlaubnis mehr. Da Sie selbst Arbeitgeber sind, müssen Sie auch Sozialversicherungsbeiträge abführen (Kranken-, Pflege- und Renten- sowie Arbeitslosenversicherung). Zudem müssen Sie Mitglied in der gesetzlichen Unfallversicherung sein.

Bitte beachten Sie, dass Sie, wenn Sie selbst Arbeitgeber werden, auch eine Sorgfaltspflicht gegenüber Ihrer Mitarbeiterin haben. Sie darf höchstens 8 Stunden am Tag und nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Zudem hat sie einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von mindestens 24 Tagen im Jahr. Hinzu kommt, dass Sie sich bei der Lohnzahlung an branchenüblichen Tarifen orientieren sollten.

Die Arbeitsagentur ist bei der Suche nach einer geeigneten Fachkraft gerne behilflich. Die Zentrale Arbeitsvermittlungsstelle ZAV der Bundesarbeitsagentur hilft Ihnen mit weiteren Informationen. 

Einen ausländischen Dienstleister beauftragen

Einfacher als selbst Arbeitgeber zu werden, erscheint es vielen Familien,einen ausländischen Dienstleister, der eine Mitarbeiterin zu Ihnen schickt, zu beauftragen. Das bedeutet, dass die Pflegekraft, die in Ihrem Haushalt tätig ist, dem Weisungsrecht ihres Arbeitgebers unterliegt. Dieser bestimmt somit die Arbeitszeit, den Urlaub und wie die Arbeit ausgeführt wird. Bei Fragen oder Problemen müssen Sie sich an das Unternehmen wenden und etwa die Verschiebung des Urlaubs mit ihm besprechen.

Achten Sie darauf, dass die Pflegekraft in ihrem Heimatland sozialversichert ist. Als Nachweis können Sie sich die Bescheinigung A 1 vorlegen lassen. Dieser Nachweis ist in Ihrem eigenen Interesse. Bei einer Überprüfung durch den Zoll könnte dieser andernfalls zu der Überzeugung kommen, dass der Pflegebedürftige der Arbeitgeber ist und von diesem die Sozialversicherungs-beiträge verlangen. Auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht in Deutschland besteht, müssen Sie dennoch daraufachten, dass Arbeitszeit, Pausen und Urlaub eingehalten werden.

Unternehmen, die im Ausland ihren Firmensitz haben und ihre Mitarbeiter nach Deutschland entsenden, müssen den bei uns geltenden Mindestlohn zahlen - sofern das Unternehmen überwiegend Pflegeleistungen anbietet. Der Mindestlohn liegt in den alten Bundesländern seit Juli 2013 bei 9 Euro und in den neuen Bundesländern bei 8 Euro in der Stunde. Bietet das Unternehmen überwiegend Reinigungstätigkeiten an, beträgt der Mindestlohn 9 Euro in den alten und 7,56 Euro in den neuen Bundesländern.

Kosten

Die Kosten liegen zwischen rund 1.500 und 2.500 Euro pro Monat für eine Pflegekraft, die ein Unternehmen nach Deutschland entsendet. Hinzu kommen Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung. Wenn Sie eine Vermittlungsagentur mit der Suche nach einer Pflegekraft beauftragen, kommt eine Vermittlungsgebühr hinzu. Diese kann bis zu 1.000 Euro betragen. 

Sie beschäftigen eine selbstständige Pflegekraft

In diesem Fall treten Sie nicht als Arbeitgeber, sondern als Auftraggeber auf. Sie schließen mit der Pflegekraft einen Dienstleistungsvertrag. Sie muss sich selbst versichern und auch Steuern zahlen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass die Pflegekraft nicht scheinselbstständig ist, d.h. nur für Sie tätig ist und nur in Ihrem Haushalt lebt.

Tipp: Sie können die Ausgaben für eine legal beschäftigte Haushalts- und Pflegehilfe steuermindernd geltend machen. Bis zu 4.000 Euro jährlich bzw. maximal 20 Prozent der Kosten können Sie ansetzen.