Wo finde ich einen Betreuer?

Sie können einen Menschen aus Ihrem persönlichen Umfeld als Betreuer bestellen. Oder Sie wenden sich an einen Betreuungsverein. Eine dritte Alternative ist der Bundesverband der Berufsbetreuer.

Was ist der Unterschied zwischen Berufsbetreuern und ehrenamtlichen Betreuern?

Sie können sowohl eine Privatperson, einen Vereinsbetreuer, der bei einem Betreuungsverein beschäftigt ist, den Betreuungsverein selbst, einen Betreuer, der bei einer für  Betreuungen zuständigen Behörde beschäftigt ist oder einen Berufsbetreuer bestellen. Sie sind frei, wen Sie als Betreuer bestellen. Als Betroffener haben Sie das erste Vorschlagsrecht. Das Gericht, bei dem Sie die Betreuung beantragen, darf nur von Ihrem eigenen Vorschlag abweichen, wenn dieser Vorschlag Ihrem Wohl zuwiderläuft. Mit einer Betreuungsverfügung können Sie frühzeitig einen Vorschlag machen, dem das Gericht dann folgen muss, wenn eine Betreuung notwendig werden sollte.

Was bedeutet Betreuung?

Das bedeutet, dass jemand anderer für Sie Aufgaben und Entscheidungen übernimmt, wenn Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind. Der Betreuer darf nur solche Aufgaben übernehmen, die Sie nicht mehr erfüllen können. Dabei kann er sich grundsätzlich um finanzielle Angelegenheiten kümmern und/ oder Regelungen rund um Ihre Person treffen. 

Kann ich abstufen oder gebe ich alles ab?

Sie können eine sogenannte "Totalbetreuung" beauftragen. Sie können die Betreuung jedoch auch auf bestimmte Vermögensfragen und/ oder der Personensorge beschränken. Vermögensfragen umfassen zum Beispiel Anträge auf Leistungen aus der Pflegeversicherung, Steuererklärungen oder auch die Zahlung von Mieten und anderen Verpflichtungen aber auch die Schuldenregulierung. Zur Personensorge zählen ärztliche und therapeutische Fragen.

Kann ich frühzeitig die Betreuung regeln?

Ja, indem Sie Ihren Wunsch/Ihren Vorschlag in einer Betreuungsverfügung aufschreiben oder auch einen Betreuer bestellen. 

Was muss ich dafür tun? Wie bestelle ich einen Betreuer?

Ein Vormundschaftsgericht bestellt den Betreuer. Dazu muss das Gericht feststellen, ob die Voraussetzungen für eine Betreuung gegeben sind. Als Betroffener können Sie selbst einen förmlichen Antrag stellen. Stellt ein Angehöriger beispielsweise einen Antrag, wertet das Gericht dies nur als Vorschlag. Bei der Antragstellung ist grundsätzlich das Betreuungsgericht zuständig. Sollten Sie selbst nicht mehr verfahrensfähig sein, kann ein Pfleger für das Verfahren bestellt werden, der Ihre Interessen wahrnimmt. Als Verfahrenspfleger können beispielsweise Sozialarbeiter oder ein Rechtsanwalt fungieren. Der Pfleger ist im Gerichtsverfahren nicht an Ihre Weisungen gebunden. Er muss aber Ihre Wünsche, soweit sie nicht Ihren eigenen Interessen widersprechen, dem Gericht darlegen.

Das Gericht muss stets ein Sachverständigengutachten einholen. Es sei denn, Sie selbst stellen den Antrag für eine Betreuung. Das Gericht muss Sie im Verfahren persönlich anhören, um sich ein eigenständiges Bild zu machen. Hat das Gericht eine Entscheidung getroffen, muss es die Entscheidung zur Betreuung, die Aufgabenkreise und den Betreuer durch einen Beschlus bekanntgeben. Der Beschluss ist folgenden Personen und Stellen bekannt zu machen. Dabei muss das Gericht den betroffenen Betreuer, den Verfahrenspfleger und die Betreuungsbehörde informieren. Wirksam wird der Beschluss, wenn das Gericht diesen dem Betreuer bekannt gibt. Der Betreuer erhält eine Urkunde vom Gericht.

Was kostet die Betreuung?

Es fallen sowohl für das Gerichtsverfahren Kosten an als auch in der Zeit der Betreuung selbst. Ehrenamtliche Betreuer erhalten eine Aufwandsentschädigung. Der Gesetzgeber hat die Vergütung der Berufsbetreuer gesetzlich geregelt.