Pflege zu Hause

Die Pflegeversicherung unterstützt mit unterschiedlichen Leistungen den Wunsch vieler Pflegebedürftiger, zu Hause versorgt zu werden.

Pflege zu Hause ohne fremde Unterstützung

Sie können die Versorgung Ihres hilfebedürftigen Angehörigen innerfamiliär organisieren - ohne Unterstützung von außen. Sie können sich die Pflege mit anderen teilen oder sich in Abwesenheit der Hauptpflegeperson vertreten. Wenn Sie die Pflege selbst organisieren, bedeutet dies jedoch nicht, dass Sie nicht auf Unterstützungsleistungen zurückgreifen können. Vielmehr ist es wichtig, dass Sie auch Nachbarn, sofern gute Kontakte bestehen, in das Netzwerk miteinbeziehen oder vielleicht auch eine Haushaltshilfe organisieren. Ehrenamtliche Angebote wie zum Beispiel Besuchsdienste, Spielenachmittage oder ein Ausflug sind eine willkommene Abwechslung im Pflegealltag. Die Pflegeversicherung unterstützt Sie mit Pflegegeld. Wie hoch dieses ist, hängt vom Pflegegrad ab. 

Pflege zu Hause mit fremder Unterstützung

Dazu schließen Sie einen Pflegevertrag mit einem ambulanten Pflegedienst ab. Vor Vertragsabschluss sollten Sie prüfen, ob der Pflegedienst einen sogenannten Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen hat. Denn die Pflegekassen und die privaten Versicherungsunternehmen übernehmen nur Kosten zugelassener Pflegedienste.  In Ihrem Vertrag mit dem ambulanten Pflegedienst legen Sie die einzelnen Leistungen, die Sie bei dem Pflegedienst in Anspruch nehmen möchten, fest. Was Sie bei der Auswahl eines Pflegedienstes beachten sollten, erfahren Sie unter ambulanter Pflegedienst.

Wenn Sie vorübergehend ausfallen - Ersatzpflege/Verhinderungspflege

Sollten Sie einmal krank sein oder einfach nur eine Auszeit benötigen, können Sie eine Ersatzpflege - eine sogenannte Verhinderungspflege - in Anspruch nehmen. Diese Ersatzpflege kann jemand aus der Familie, dem Bekanntenkreis oder der Nachbarschaft übernehmen. Sie können jedoch auch einen ambulanten Pflegedienst für diese Zeit engagieren oder aber ihr pflegebedürftiger Angehöriger verbringt diese Zeit in einem Pflegeheim. Bevor Sie die Verhinderungs- oder Ersatzpflege in Anspruch nehmen können, müssen Sie den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monaten zu Hause gepflegt haben. Die Kosten für die Verhinderungspflege werden bis zu 1.612 Euro und für maximal 6 Wochen durch die Pflegeversicherung (ab Pflegegrad 2) übernommen. Bevor Sie die Ersatzpflegekraft engagieren, sollten sie die Einzelheiten der Kostenübernahme mit Ihrer Pflegeversicherung klären. 

Tages- und Nachtpflege

Wenn Sie beispielsweise berufstätig sind oder die Versorgung Ihres Angehörigen nicht mehr alleine bewältigen können, können Sie die Tages- oder Nachtpflege nutzen. Die Leistungen können Sie u. a. mit dem Pflegegeld kombinieren.

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten der Pflege und Betreuung sowie die medizinische Behandlungspflege. Die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sowie ggf. Investitionskosten müssen Sie selber tragen.

Kurzzeitpflege

Einrichtungen der Kurzzeitpflege übernehmen für einen begrenzten Zeitraum die Versorgung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen. Etwa dann, wenn weder die häusliche Pflege noch die teilstationäre Pflege infrage kommen. Viele Pflegeeinrichtungen bieten neben der vollstationären Pflege auch die Kurzzeitpflege an. Diese umfasst die Pflege, soziale Betreuung und medizinische Behandlungspflege. Dieses Angebot steht für bis zu 8 Wochen im Jahr zur Verfügung und wird mit bis zu 1.612 EUR durch die Pflegeversicherunge bezuschusst. Kurzzeitpflege können Sie unabhängig von der Verhinderungspflege nutzen. Beide können Sie gleichermaßen in Anspruch nehmen. Auch hier können Eigenanteile entstehen, die Sie selbst übernommen müssen. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag von 125 Euro für die Kurzzeitpflege einsetzen.

Hilfsmittel

Diese sollen Sie bei der Pflege zu Hause unterstützen und die Versorgung erleichtern. 40 Euro stehen Ihnen monatlich zur Verfügung für Verbrauchsprodukte wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel. Technische Hilfsmittel wie zum Beispiel ein Pflegebett stellt Ihnen die Pflegeversicherung zur Verfügung. Ob die Pflegeversicherung die Kosten ganz oder teilweise übernimmt, klären Sie am besten direkt mit dieser.