Kindergutachten

Auch für Kinder und Jugendliche gilt das neue Begutachtungsinstrument. Auch hier stellt der Gutachter des Medizinischen Dienstes nicht länger den Hilfebedarf in Minuten fest, sondern den Grad des Kindes bzw. des Jugendlichen, unterteilt in die 6 Module. Bei Kindern und Jugendlichen gelten - wie bereits in dem vorangegangenen Begutachtungssystem Besonderheiten:

Grundsätzlich nimmt der Gutachter den tatsächlichen Abhängigkeitsgrad der Kinder auf. Für die Berechnung des Punktwertes ist die Slebstständigkeit eines Kindes oder Jugendlichen im vergleichbaren Alter hinterlegt. Der Gutachter gibt in seinem Bericht Empfehlungen zu Präventionsmaßnahmen und zu Reha-Leistungen.

Sehr kleine Kinder brauchen auch wenn sie gesund sind, Hilfe und Unterstützung von Eltern. Um zu vermeiden, dass auf diese Weise kein oder ein sehr niedriger Pflegegrad für Kinder unter 18 Monaten erreicht wird, bezieht der Gutachter die altersunabhängigen Bereiche "Verhaltensweisen und psychische Problemlagen" sowie Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen" in die Bewertung mit ein. Außerdem schauen die Gutachter, ob das Kind gravierende Probleme bei essen und trinken hat, die einen intensiven Hilfebedarf erfordern. Bei gleicher Punktzahl stuft der Gutachter Kleinkinder bis zum Alter von 18 Monaten automatisch einen Pflegegrad höher ein als ältere Kinder und Erwachsene. Auf diese Weise will der Gesetzgeber häufige und für Eltern und Kinder oft belastende Begutachtungen in den ersten Lebensmonaten des Babys vermeiden.