
Räumliche Distanz zwischen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ist eine Herausforderung, wenn es darum geht, gute Pflegeversorgung zu organisieren und sicherzustellen. Die folgenden fünf Tipps können helfen.
Gute Kommunikation
Zeichnet sich (wachsender) Unterstützungsbedarf ab, ist es wichtig, in das Gespräch zu gehen und sowohl Erwartungen als auch Möglichkeiten zu klären. So können beispielsweise Eltern ausdrücken, in welchen Situationen oder Lebensbereichen sie sich Hilfe wünschen, ebenso aber auch An- und Zugehörige wie zum Beispiel Kinder aufzeigen, was sie leisten können und auch möchten. Außerdem ist es wichtig ein gutes Vorgehen zu wählen, welches für alle Beteiligten funktioniert. Stoßen einzelne Unterstützungsmaßnahmen vielleicht nicht bei allen auf Begeisterung, können Kompromisse gefunden werden oder Optionen für einen bestimmten Zeitraum getestet und anschließend angepasst werden. Pflegende Angehörige können auch in die Situation kommen, für pflegebedürftige Personen Entscheidungen zu treffen. Es handelt sich hier also auch um Verantwortung, die getragen wird und auch für diese ist es unabdingbar, miteinander zu sprechen, Wünsche zu berücksichtigen und abzuwägen, welche Lösungen gangbar sind.
Präsenz vor Ort
Persönliche und visuelle Eindrücke sind wichtig, um mögliche Veränderungen und steigenden Pflegebedarf überhaupt erst zu bemerken. Es kann auch älteren Menschen schwerfallen, sich einzugestehen und zu erkennen, dass man Unterstützung benötigt. Danach zu fragen, fällt nicht allen leicht. Daher ist es hilfreich, wenn auch Pflegende auf Distanz in regelmäßigen Abständen Besuche vor Ort einrichten können.
Starkes Netzwerk
Leben im Umfeld der pflegebedürftigen Person langjährig bekannte und vertraute Menschen wie Nachbar*innen oder Freund*innen, können sie sehr wertvolle Unterstützung sein. Dabei ist es wichtig, Hilfsbereitschaft zu klären, nicht vorauszusetzen und sie auch wertzuschätzen. Sie können ein professionelles Netzwerk beispielsweise bestehend aus Pflegediensten oder Haushaltshilfen verstärken. Wer sich vor Ort nicht gut auskennt oder nicht weiß, welche Arten von Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, kann eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen. Pflegeberater*innen können ihr fachliches Wissen teilen sowie Impulse und Tipps für ein stabiles Netzwerk geben, damit die Pflegesituation für alle Beteiligten bestmöglich gestaltet werden kann.
Technische Möglichkeiten
Auch wer nicht regelmäßig die pflegebedürftige Person besuchen kann, kann mithilfe des Telefons in stetigem Austausch bleiben. Videotelefonie kann helfen, um neben dem Ton auch ein visuelles Bild zu der Situation zu bekommen. Tablets können beispielsweise so eingerichtet werden, dass Anrufe automatisch angenommen werden. Sind sie dort positioniert, wo sich die pflegebedürftige Person bevorzugt aufhält, kann dies die Kontaktaufnahme erleichtern, beispielsweise wenn es einer Person schwerfällt, den richtigen Knopf zu finden oder ihn zu drücken.
Optimierung des Wohnraums
Auch zur Optimierung des Wohnumfelds können Beratungen in Anspruch genommen werden. Passende Lösungen sind sehr individuell und hängen sowohl von den Gegebenheiten vor Ort als auch vom Unterstützungsbedarf der Pflegebedürftigen ab. Ein Bewegungsmelder für Lichter im Wohnraum kann zum Beispiel Sinn machen, wenn die Hände für eine Gehhilfe benötigt werden und nicht den Lichtschalter betätigen können. Auch einen Treppenlauf auf beiden Seiten der Treppe anzubringen kann hilfreich sein. Diese und weitere Möglichkeiten der Optimierung des Wohnraums können ebenfalls im Rahmen einer Pflegeberatung besprochen werden, um individuell passende und gute Lösungen zu finden.


